Oktober 30, 2026
Dass größer nicht automatisch besser bedeutet, zeigt uns Manuela Eichinger, vielen bekannt als Pasta & Baking Queen Manu, auf besonders anschauliche Weise.
Bild zur Verfügung gestellt von Manu und erstellt mit Hilfe von KI
Manuela besitzt gleich drei Fimar-Nudelmaschinen, mit der sie gewerblich Pasta produziert, die sie auf diversen Märkten und ihrem berühmt-berüchtigten Selbstbedienungshaisl veräussert. Liebevoll nennt sie ihre Maschinen ihre drei Damen. Und wie bei einem gut eingespielten Team hat jede ihre festen Aufgaben und dank der guten Mitarbeiterführung liefern die 3 Damen excellente Ergebnisse 🙂
Die Kleine – Fimar MPF 1.5
Sie ist bei Manuela vor allem für Suppennudeln und Pastaformate zuständig, die mit einem automatischen Abschneider hergestellt werden können. Alle anderen Nudeln, also Motivnudeln, Klassiker und Co funktionieren auch gut in der MPF 1.5, aber da Manu so viele Maschinen gleichzeitig bespielt, hat sie es so aufgeteilt.
Die Mittlere – Fimar PF25E
Sie übernimmt bei Manuela die Motivnudeln. Herzen, Figuren und andere ausgefallene Formen müssen häufig einzeln von Hand abgeschnitten werden. Hier ist ein gut kontrollierbarer Produktionsablauf wichtig.
Die Große – Fimar PF40E, genannt Lilly
Lilly ist das Kraftpaket im Team. Sie übernimmt die Aromanudeln und größere Produktionsmengen. Für empfindliche Motivnudeln ist sie Manuela allerdings zu temperamentvoll: Die hohe Leistung und der starke Pressdruck könnten die kleineren Kenwoodmatrizen, die Manu in Kombi mit dem Adapter benutzt überfordern.
Und das bei einer Produktion, die sich sehen lassen kann: Zwölf verschiedene Pastasorten mit jeweils rund fünf Kilogramm Grieß stehen bei Manuela auf dem Programm. Das sind insgesamt etwa 60 Kilogramm Grieß, zuzüglich der weiteren Zutaten.
Natürlich schafft auch Manuela das nicht an einem einzigen Abend. Anschließend müssen die Nudeln noch über mehrere Tage trocknen und regelmäßig gewendet werden.
Ihr Beispiel zeigt wunderbar, dass es nicht nur auf die Größe einer Nudelmaschine ankommt, sondern darauf, was man mit ihr herstellen möchte.
Hier folgt unsere Vergleichstabelle mit Motorleistung, Kesselvolumen, Produktionsleistung pro Stunde, Gewicht und Besonderheiten der fünf Modelle.
Ich habe zusätzlich in den Herstellerunterlagen von Fimar nachgesehen. Damit können wir die Vergleichstabelle sogar schon ziemlich vollständig ausfüllen.
| Modell | Motor | Teig pro Durchgang | Produktion pro Stunde | Gewicht |
|---|---|---|---|---|
| MPF 1.5 | 0,30 kW | 1,5 kg | bis 5 kg | 17,6 kg |
| PF15E | 0,25 kW | 1,5 kg | bis 5 kg | 16 kg |
| PF25E | 0,37 kW | 2 kg | bis 8 kg | 27 kg |
| PF40E | 0,75 kW | 3,5 kg | bis 13 kg | 35 kg |
| PF80E | 1,50 kW | 7,5 kg | bis 20 kg | 76 kg |
Die technischen Unterschiede sind wichtig. Mindestens ebenso entscheidend ist allerdings, wie sich diese Unterschiede in der Praxis bemerkbar machen.
Die Fimar MPF 1.5 gehört zu den beliebtesten Maschinen für ambitionierte Hobby-Pastamacher und kleinere Produktionen.
Besonders häufig interessieren sich Kunden für sie, die bereits mit einem Philips Pastamaker oder einer Kenwood-Pastamaschine arbeiten und nun auf eine leistungsfähigere Maschine umsteigen möchten.
Inzwischen gibt es mit der Fimar PF15E ein Nachfolgemodell. Trotzdem empfehlen wir häufig weiterhin die ältere MPF 1.5.
Der Grund liegt in der Motorleistung:
Beide Maschinen liegen preislich in einer ähnlichen Größenordnung. Die ältere MPF 1.5 besitzt jedoch den stärkeren Motor.
Die Motorleistung beeinflusst unter anderem, welche Kraft die Maschine beim Pressen des Nudelteigs aufbringen kann. Sie ist deshalb ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl.
Bei der MPF 1.5 ist der Kessel fest mit der Maschine verbunden und lässt sich nicht einfach herausnehmen.
Bei der neueren PF15E ist das anders. Hier lässt sich der Behälter nach dem Lösen der entsprechenden Schrauben herausziehen.
Das ist insbesondere bei der Reinigung ein Unterschied, den man bei der Kaufentscheidung berücksichtigen sollte.
Ja, und genau das macht den Umstieg besonders interessant.
Wer bereits passende Pastamatrizen für den Philips Pastamaker oder die Kenwood besitzt, muss nicht zwangsläufig seine gesamte Matrizensammlung ersetzen.
Mit dem jeweils passenden Adapter können vorhandene Bronzematrizen im Kenwoodformat (45 mm Durchmesser) auch an der Fimar MPF 1.5 bzw. PF15E verwendet werden.
Alternativ gibt es Matrizen im Originalformat der Fimar-Maschine (55 mm Durchmesser).
Beide Varianten können sehr gute Pastaergebnisse liefern. Welche Lösung sinnvoller ist, hängt vor allem davon ab, welche Matrizen bereits vorhanden sind und welche Pastaformate künftig hergestellt werden sollen.
Hier wird der Vergleich besonders interessant.
Die PF25E liegt leistungsmäßig zwischen der kleinen MPF 1.5 und der größeren PF40E. Auf den ersten Blick erscheint sie deshalb als logischer nächster Schritt.
In der Praxis empfehlen wir sie allerdings vergleichsweise selten.
Warum?
| Fimar PF25E | Fimar PF40E | |
|---|---|---|
| Motorleistung | 0,37 kW | 0,75 kW |
| Produktionsleistung | bis 8 kg/h | bis 13 kg/h |
| Automatischer Abschneider | Nicht enthalten | Bei der hier verglichenen Ausstattung enthalten |
| Matrizendurchmesser | 63,5 mm | 63,5 mm |
Die PF40E besitzt damit mehr als die doppelte Motorleistung und eine deutlich höhere maximale Produktionsleistung.
Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Punkt: Bei der PF25E gehört der automatische Abschneider nicht zur Grundausstattung.
Wer diesen zusätzlich kaufen möchte, liegt preislich schon fast bei der PF40E.
Unsere Empfehlung lautet deshalb häufig: Wenn die PF40E preislich nur wenig über einer entsprechend ausgestatteten PF25E liegt, lohnt sich der Griff zur stärkeren Maschine.
Das gilt insbesondere dann, wenn regelmäßig größere Mengen hergestellt werden sollen.
Allerdings zeigt gerade Manus Beispiel, dass eine stärkere Maschine nicht für jede Pastaform automatisch die bessere Lösung ist.
Bei empfindlichen Motivnudeln, vor allelm wenn man diese wie Manu mit den kleineren Matrizen im Kenwoodformat produziert, kann die höhere Leistung sogar unerwünscht sein.
Ein Punkt wird beim Kauf einer Nudelmaschine häufig unterschätzt: der Durchmesser der Pastamatrizen.
Die Fimar PF25E und PF40E arbeiten mit Matrizen im Originaldurchmesser von 63,5 mm.
Mit einem passenden Adapter lassen sich auch kleinere Matrizen verwenden, beispielsweise vorhandene Kenwood-Matrizen mit 45 mm Durchmesser.
Gerade wenn bereits eine größere Sammlung solcher Matrizen vorhanden ist, kann das eine interessante Lösung sein.
Wer dagegen neu einsteigt, dem empfehlen wir bei diesen Maschinen grundsätzlich die Matrizen im Originalformat.
Der Unterschied zwischen 45 mm und 63,5 mm klingt zunächst vielleicht nicht besonders groß.
Tatsächlich steht bei einer größeren Matrize jedoch erheblich mehr Fläche zur Verfügung.
Das bedeutet: Je nach Pastaformat können mehr Auslässe auf der Matrize untergebracht werden.
Und je mehr geeignete Auslässe vorhanden sind, desto mehr Teig kann gleichzeitig extrudiert werden.
Eine kleine Matrize mit wenigen Auslässen kann deshalb die Produktionsleistung einer großen Nudelmaschine begrenzen.
Man könnte sagen: Die Maschine kann noch so kräftig sein – wenn die Matrize nur wenig Teig durchlässt, wird sie ausgebremst.
Das ist einer der Gründe, warum wir bei der PF25E und PF40E für Neuanschaffungen vorzugsweise Matrizen im Originalformat empfehlen.
Am oberen Ende der Fimar-Baureihe steht die PF80E.
Sie ist für größere Produktionsmengen und den professionellen Einsatz, beispielsweise in Restaurants, konzipiert.
Auch die Matrizen wachsen mit: Statt 63,5 mm beträgt ihr Durchmesser bei der PF80E ganze 83 mm.
Damit steht nochmals mehr Platz für die Auslässe zur Verfügung.
Wer regelmäßig große Pastamengen benötigt, findet hier eine Maschine für einen entsprechend hohen Produktionsbedarf.
Für den gelegentlichen Einsatz oder die Herstellung kleiner Mengen ist eine solche Maschine dagegen nicht unbedingt sinnvoll.
Ein weiterer Unterschied zwischen den Modellen betrifft die Konstruktion des Kessels.
Bei der älteren Fimar MPF 1.5 ist dieser fest mit der Maschine verbunden.
Bei den neueren Modellen PF15E, PF25E, PF40E und PF80E lässt sich der Kessel nach dem Lösen der Befestigungsschrauben herausnehmen.
Ein herausnehmbarer Behälter kann Vorteile bei der Reinigung bieten. Im Gegenzug muss man mit dem Teig mehr aufpassen. Ist der Teig zu trocken, kann der Behälter verbeulen. D.h. das Rezept aus der Anleitung ist unbedingt einzuhalten.
Auch sollte man sich unter dem herausziehbaren Behälter keinen einfachen Klickverschluss vorstellen: Zum Herausnehmen müssen zunächst Schrauben gelöst werden.
Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Aus unserer Erfahrung lassen sich jedoch einige Empfehlungen ableiten.
Für ambitionierte Hobby-Pastamacher und Umsteiger von Philips oder Kenwood: Die MPF 1.5 ist nach wie vor eine interessante Wahl. Besonders der stärkere Motor gegenüber dem Nachfolgemodell PF15E spricht aus unserer Sicht für sie.
Für kleinere gewerbliche Produktionen: Die PF25E kann eine gute Lösung sein, insbesondere wenn die Produktionsmenge überschaubar bleibt oder die Maschine für bestimmte empfindliche Pastaformate eingesetzt werden soll.
Für regelmäßige größere Produktionsmengen: Hier bevorzugen wir häufig die PF40E. Die deutlich höhere Motorleistung und die größere Produktionskapazität machen sie zu einer interessanten Wahl, zumal der Preisunterschied zur entsprechend ausgestatteten PF25E vergleichsweise gering ist.
Für Restaurants mit hohem Pastabedarf: Die PF80E ist für größere Produktionsmengen ausgelegt und arbeitet mit entsprechend größeren Matrizen.
Kommen wir noch einmal auf Manuela und ihre drei Damen zurück.
Natürlich könnte sie auch mit ihrer kleinen MPF 1.5 Motivnudeln herstellen. Wie sie selbst erklärt, funktioniert das genauso gut.
Aber bei ihren Produktionsmengen wäre es nicht wirtschaftlich, doppelt so lange vor einer kleineren Maschine zu stehen, wenn die mittlere dieselbe Aufgabe schneller erledigt.
Und ihre große Lilly? Die darf ihre Kraft dort ausspielen, wo sie gebraucht wird.
Genau darauf kommt es bei der Auswahl einer Nudelmaschine an.
Nicht jede Maschine muss alles können. Entscheidend ist, welche Pasta man herstellen möchte, in welchen Mengen produziert wird und welche Matrizen verwendet werden sollen. Schreiben Sie uns gerne an gisela@gaumen-freun.de und erzählen uns etwas zur gewünschten Nutzung. Dann beraten wir Sie gerne, welche Maschine für Ihre Bedürfnisse ausgelegt ist.
Manuela hat für ihre drei Maschinen die passende Aufgabenverteilung gefunden.
Und wir finden: Besser kann man die Unterschiede zwischen den Fimar-Modellen kaum erklären.
Herzlichen Dank an Manuela Eichinger aka Pasta & Baking Queen Manu, für diesen wunderbaren Einblick in ihre Pastaproduktion und die Erlaubnis, ihr Foto zu verwenden!
Bild zur Verfügung gestellt von Manu und erstellt mit Hilfe von KI
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Die Fimar MPF 1.5 ist besonders für ambitionierte Hobby-Pastamacher geeignet, die von einer Philips- oder Kenwood-Nudelmaschine auf ein leistungsfähigeres Modell umsteigen möchten.
Die PF15E ist das Nachfolgemodell der MPF 1.5. Während die MPF 1.5 einen 0,30-kW-Motor besitzt, arbeitet die PF15E mit 0,25 kW. Dafür besitzt die PF15E einen herausnehmbaren Kessel.
Für größere Produktionsmengen empfehlen wir häufig die PF40E. Sie besitzt mit 0,75 kW einen deutlich stärkeren Motor als die PF25E mit 0,37 kW und erreicht eine höhere Produktionsleistung.
Ja, mit einem passenden Adapter können geeignete Kenwood-Matrizen auch an Fimar-Nudelmaschinen verwendet werden. Bei der PF25E und PF40E empfehlen wir für Neuanschaffungen allerdings Matrizen im Originalformat mit 63,5 mm Außendurchmesser.