Gibt es eine Salmonellengefahr bei frischen Eiern im Nudelteig?

Diese Frage bekomme ich immer wieder gestellt – und sie ist absolut nachvollziehbar.
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Gisela Martin

August 23, 2026

Gerade wenn man selbst Eiernudeln herstellt und die getrocknete Pasta anschließend verschenken möchte, möchte man natürlich wissen: Kann ich das guten Gewissens machen?

Die kurze Antwort lautet:

Ja, Eiernudeln kann man problemlos selbst herstellen. Ein gewisses Risiko durch rohe Eier lässt sich aber nicht vollständig ausschließen. Mit ein paar einfachen Hygieneregeln kann man es deutlich reduzieren – und beim späteren Kochen werden eventuell vorhandene Salmonellen durch ausreichende Erhitzung abgetötet.

Woher können Salmonellen überhaupt kommen?

Salmonellen können sich auf der Schale eines rohen Eis befinden. Seltener können sie auch bereits im Inneren des Eis vorhanden sein.

Das bedeutet: Sobald wir ein rohes Ei aufschlagen und in unseren Nudelteig geben, besteht grundsätzlich die Möglichkeit, dass Salmonellen in den Teig gelangen.

Das ist allerdings kein Grund, auf selbst gemachte Eiernudeln zu verzichten.

Viel wichtiger ist, wie man mit den Eiern und dem Teig umgeht.

Und was passiert beim Trocknen der Pasta?

Hier gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen „Salmonellen können sich nicht mehr vermehren“ und „Salmonellen sind abgetötet“.

Beim Trocknen wird dem Nudelteig immer mehr Wasser entzogen. Dadurch verschlechtern sich die Bedingungen für Salmonellen erheblich und sie können sich in der trockenen Pasta nicht einfach weiter vermehren.

Salmonellen können unter ungünstigen Bedingungen auch in trockenen Lebensmitteln längere Zeit überleben. Deshalb sollte man getrocknete Eiernudeln nicht allein deshalb als keimfrei betrachten, weil sie vollständig durchgetrocknet sind.

Das Entscheidende kommt anschließend:

Beim Kochen haben Salmonellen keine Chance

Beim ausreichenden Erhitzen werden Salmonellen zuverlässig abgetötet.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nennt als Richtwert mindestens 70 °C für zwei Minuten an allen Stellen des Lebensmittels.

Für unsere selbst gemachte Pasta bedeutet das: Wird die Pasta anschließend richtig gekocht und vollständig durcherhitzt, werden eventuell vorhandene Salmonellen zuverlässig abgetötet.

Das ist übrigens auch der Grund, warum Eiernudeln etwas anderes sind als beispielsweise ein Nachtisch mit rohem Ei: Bei der Pasta findet vor dem Verzehr noch eine Erhitzung statt und spätestens da seid ihr safe.

Die wichtigste Regel: Salmonellen gar nicht erst verteilen

Noch besser als späteres Abtöten ist natürlich, wenn möglichst wenige Keime überhaupt in die Küche und in den Nudelteig gelangen.

Deshalb lohnt sich ein bisschen Küchenhygiene.

1. Frische und unbeschädigte Eier verwenden

Achtet beim Einkauf auf die Frische und das Mindesthaltbarkeitsdatum.

Eier mit stark verschmutzter oder beschädigter Schale sollte man besser nicht für die Zubereitung verwenden.

2. Eier kühl lagern

Rohe Eier sollten im Kühlschrank bei maximal 7 °C aufbewahrt werden.

Die Kühlung verhindert zwar nicht, dass Salmonellen vorhanden sind, sie verlangsamt aber deren Vermehrung erheblich.

3. Eier nicht einfach abwaschen

Das ist ein Punkt, bei dem man häufig einen anderen Tipp liest.

Eier sollte man nicht routinemäßig vor der Lagerung waschen. Dadurch kann die natürliche Schutzschicht der Schale beeinträchtigt werden.

Wenn ihr ein Ei verwendet, ist viel wichtiger, darauf zu achten, dass die Schale sauber und unbeschädigt ist und dass beim Aufschlagen möglichst nichts vom rohen Ei an andere Lebensmittel oder Arbeitsflächen gelangt.

4. Hände und Arbeitsflächen reinigen

Nach dem Aufschlagen der Eier sollten die Hände gründlich mit Seife gewaschen werden.

Auch Arbeitsflächen und Küchenutensilien, die mit dem rohen Ei in Kontakt gekommen sind, sollten anschließend gründlich gereinigt werden.

Das ist besonders wichtig, wenn man den Teig mit den Händen herstellt.

5. Kreuzkontamination vermeiden

Die Eierschale sollte nicht mit anderen Lebensmitteln in Kontakt kommen.

Auch rohes Ei sollte nicht auf Lebensmittel gelangen, die anschließend nicht mehr erhitzt werden.

Wenn beim Aufschlagen etwas Eiweiß oder Eigelb daneben geht, sollte man es sofort entfernen und die betreffende Fläche reinigen.

Was ist mit dem rohen Nudelteig?

Hier ist ein Punkt besonders wichtig:

Den frischen Nudelteig mit rohem Ei sollte man nicht probieren.

Das gilt natürlich auch für Kinder, die beim Nudelmachen gerne einmal ein Stückchen Teig stibitzen.

Bei der Pasta ist das zum Glück einfach: Teig herstellen, Pasta formen, ggf. trocknen und dann vor dem Essen gut kochen. Das Kochen macht es sicher.

Und wenn ich die Nudeln verschenken möchte?

Das ist wahrscheinlich die Frage, die viele von euch am meisten interessiert.

Wenn ihr Eiernudeln selbst herstellt und verschenkt, solltet ihr auf saubere, frische Eier, gute Küchenhygiene und eine vollständige Trocknung achten.

Der Beschenkte sollte allerdings wissen, dass es sich um Eiernudeln handelt, die vor dem Verzehr gekocht werden müssen.

Denn das Trocknen macht die Pasta haltbar und verhindert die Vermehrung von Salmonellen – es ersetzt aber nicht das spätere Erhitzen.

Wer besonders vorsichtig sein sollte

Für gesunde Erwachsene ist das Risiko bei hygienisch hergestellten und anschließend gut durchgegarten Eiernudeln gering.

Bei bestimmten Personengruppen können Salmonelleninfektionen allerdings schwerer verlaufen. Dazu gehören insbesondere Kleinkinder, ältere Menschen und Menschen mit geschwächter Immunabwehr.

Wenn ihr für solche Personen kocht, ist ein Nudelteig ohne Ei eine einfache zusätzliche Vorsichtsmaßnahme.

Eine Alternative: pasteurisierte Eier

Wer das Salmonellenrisiko bei der Verarbeitung von Ei noch weiter reduzieren möchte, kann pasteurisierte Eier oder pasteurisierte Eiprodukte verwenden.

Durch die Pasteurisierung werden mögliche Krankheitserreger durch eine kontrollierte Wärmebehandlung reduziert, ohne dass das Ei wie beim Kochen vollständig stockt.

Das kann besonders interessant sein, wenn man größere Mengen Eiernudeln herstellt oder das Risiko möglichst weit minimieren möchte.

Also: Eiernudeln ja oder nein?

Ganz klar: ja.

Salmonellen sind kein Grund, auf selbst gemachte Eiernudeln zu verzichten.

Man sollte sich nur bewusst machen, dass rohe Eier grundsätzlich ein Lebensmittel mit einem gewissen Salmonellenrisiko sind. Gute Küchenhygiene, Kühlung und frische, unbeschädigte Eier reduzieren das Risiko. Das Trocknen der Pasta verhindert die Vermehrung der Bakterien, ist aber keine zuverlässige Abtötungsmethode.

Und beim späteren Kochen kommt dann der entscheidende Schritt:

Ausreichend erhitzen – und dann bitte hemmungslos genießen. 😊

Tipps vom Profi


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Gisela Martin

Gründerin & Pasta-Expertin
Schon als Sechsjährige war Gisela klar: Sie wollte Italienerin werden. Die Liebe zu Italien ist geblieben – und seit über 15 Jahren dreht sich bei ihr alles um Pasta. Als Gründerin von Gaumen Freunde kennt sie Pastaformen, Matrizen und Nudelmaschinen aus dem Effeff und verbindet italienische Kultur mit ihrer Leidenschaft für Pasta.

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