Bucatini 🍝 – die Spaghetti mit Loch

Auf den ersten Blick sehen Bucatini aus wie besonders dicke Spaghetti. Erst beim genaueren Hinsehen erkennt man den entscheidenden Unterschied: Bucatini haben ein Innenleben und sind hohl.
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Gisela Martin

August 15, 2026

Bucatini sind Spaghetti, bei denen durch die gesamte, lange Nudel  ein feiner Kanal läuft. Genau dieser Aufbau macht die Bucatini so besonders – und erklärt auch ihren Namen. Das italienische buco bedeutet „Loch“.

In Italien gehören Bucatini vor allem zur Küche des Latium und Roms. Berühmt sind sie unter anderem als klassische Begleiter der Amatriciana. Aber auch eine Carbonara, eine kräftige Tomatensauce oder eine einfache Sauce mit Pecorino kann mit Bucatini wunderbar funktionieren.

Und wer Bucatini selbst herstellen möchte, steht vor einer kleinen technischen Herausforderung: Eine hohle Nudel lässt sich nicht einfach aus einem Teigstück rollen. Sie entsteht durch eine speziell konstruierte Matrize.

🇮🇹 Woher kommen Bucatini?

Bucatini sind besonders eng mit Latium und der römischen Küche verbunden. Dort gehören die dicken, hohlen Nudeln seit Langem zum Repertoire der Pastaformen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die berühmte Amatriciana. Das Gericht stammt ursprünglich aus Amatrice, einer Stadt im Norden des Latium, und wurde von Menschen aus Amatrice im 19. Jahrhundert nach Rom gebracht. Dort wurde es zu einem festen Bestandteil der römischen Küche.

Bucatini und Amatriciana sind heute deshalb eng miteinander verbunden. Interessanterweise ist die Geschichte dabei etwas komplizierter, als es auf den ersten Blick scheint: In Amatrice selbst werden traditionell auch Spaghetti für das Gericht verwendet, während sich in Rom besonders die Bucatini durchgesetzt haben.

 

📏 Wie groß sind Bucatini?

Bucatini sind deutlich kräftiger als gewöhnliche Spaghetti. Entscheidend ist dabei nicht nur der Außendurchmesser, sondern vor allem der durchgehende Hohlraum in der Mitte.

Ein einheitliches Maß gibt es nicht. Je nach Hersteller, Region und Matrize können Bucatini unterschiedlich dick ausfallen. Häufig liegen sie ungefähr bei 2,5 bis 3,5 mm Außendurchmesser. Die Angaben beziehen sich dabei auf die fertige Pasta und können je nach Herstellungsverfahren etwas variieren.

Es gibt allerdings auch deutlich kräftigere Varianten. Ein schönes Beispiel sind die Bucatini Siciliani, die teilweise einen Durchmesser von etwa 5 bis 6 mm erreichen. Sie wirken dadurch fast wie kleine, hohle Makkaroni – sind aber durch ihre lange Form eindeutig als Bucatini zu erkennen und in der sizilianischen Variante ist die Nudelwand etwas stärker als gewöhnlich.

Und auch bei der Außenform gibt es Varianten: Bucatini müssen nicht zwingend rund sein. Es gibt beispielsweise quadratische Bucatini, bei denen der innere Kanal erhalten bleibt, die Außenseite der Pasta aber vierkantig geformt ist.

Das zeigt ganz schön, was bei extrudierter Pasta möglich ist: Der Begriff Bucatini beschreibt in erster Linie die hohle, lange Form, nicht zwingend einen einzigen festgelegten Durchmesser oder eine bestimmte Außenkontur.

🕳️ Warum sind Bucatini innen hohl?

Das Loch ist bei Bucatini nicht einfach ein dekoratives Detail. Es verändert die Pasta tatsächlich beim Essen.

Sauce haftet außen an der Oberfläche – und kann gleichzeitig in den inneren Kanal gelangen. Dadurch entsteht bei jedem Bissen ein etwas anderes Verhältnis von Pasta und Sauce.

Besonders gut funktioniert das mit flüssigeren oder sämigen Saucen, die sich in und um die Pasta verteilen können. La Cucina Italiana nennt unter anderem Tomatensaucen, Cacio e Pepe und Carbonara als passende Kombinationen.

Genau deshalb sind Bucatini auch für kräftige Saucen so beliebt.

⚙️ Wie entstehen Bucatini?

Und hier wird es technisch interessant.

Eine normale Spaghettimatrize braucht im Grunde eine Öffnung, durch die der Nudelteig als runder Strang austritt. Für Bucatini reicht das natürlich nicht.

Die Matrize muss gleichzeitig dafür sorgen, dass außen ein runder Pastastrang entsteht und in seiner Mitte ein freier Kanal erhalten bleibt.

Der Teig wird also unter Druck durch eine Matrize gepresst. Dabei bildet sich die lange, hohle Nudel.

Und genau deshalb gehören Bucatini zu den Pastaformen, bei denen die Matrize besonders viel von der eigentlichen Arbeit übernimmt.

👩‍🍳 Kann man Bucatini von Hand herstellen?

Theoretisch kann man auch hohle Pasta ohne eine elektrische Maschine herstellen. Für die typische lange und gleichmäßig hohle Form der Bucatini ist das allerdings ausgesprochen aufwendig.

Ein Teigstrang muss gleichzeitig außen gleichmäßig rund sein und über seine gesamte Länge einen durchgehenden Innenkanal behalten. Genau das macht die Herstellung mit einer Matrize so viel einfacher und zuverlässiger.

Anders als beispielsweise bei Orecchiette oder Cavatelli gibt es deshalb bei Bucatini keine einfache Handtechnik, bei der man jedes einzelne Stück mit den Fingern formt.

Wer Bucatini in der klassischen langen Form selbst herstellen möchte, ist mit einer geeigneten Pastamaschine und Bucatini-Matrize eindeutig besser beraten.

🧩 Welche Bucatini-Matrize passt zu meiner Nudelmaschine?

Wer Bucatini selbst herstellen möchte, braucht neben einer geeigneten Nudelmaschine auch die passende Bucatini-Matrize.

Dabei ist wichtig: Matrizen sind nicht universell, es langt nicht nur nach dem Aussendurchmesser der Matrize zu schauen. Verschiedene Nudelmaschinen verwenden unterschiedliche Aufnahmen, und je nach Modell kann zusätzlich ein Adapter erforderlich sein.

Welche Matrize die richtige ist, hängt deshalb vom genauen Maschinenmodell ab – nicht nur vom Hersteller.

Du bist dir nicht sicher, welche Matrize zu deiner Maschine passt? Dann kannst du uns einfach unter Gisela@gaumen-freun.de schreiben und dein genaues Maschinenmodell nennen. Wir schauen gerne nach, welche Bucatini-Matrize dafür geeignet ist, und schicken dir den passenden Link.

🍅 Bucatini und Amatriciana – ein berühmtes Paar

Wenn man über Bucatini spricht, kommt man an Bucatini all’Amatriciana kaum vorbei.

Die Amatriciana stammt aus Amatrice und entwickelte sich aus der älteren, noch ohne Tomaten zubereiteten Gricia. Mit der Verbreitung der Tomate entstand daraus die heute bekannte Sauce mit Guanciale, Tomaten und Pecorino.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts gelangte das Gericht mit Menschen aus Amatrice nach Rom und wurde dort immer bekannter. Die Bucatini wurden dabei zu einem der charakteristischen Begleiter der Sauce.

Das passt auch geschmacklich gut zusammen: Die kräftige Pasta bietet der würzigen Sauce ordentlich Widerstand, während die Sauce gleichzeitig außen und im Inneren der Nudel haftet.

Traditionell gehören Guanciale und Pecorino Romano zur Amatriciana. Bei der ursprünglichen Amatriciana wird Guanciale verwendet – nicht einfach gewöhnlicher Speck.

🍝 Was passt noch zu Bucatini?

Bucatini können deutlich mehr als Amatriciana.

Durch ihre kräftige Form passen sie besonders gut zu:

  • kräftigen Tomatensaucen
  • Carbonara
  • Cacio e Pepe
  • Gemüse- und Käsesaucen
  • würzigen Saucen mit Kräutern

Bei sehr feinen, leichten Saucen können die dicken Nudeln dagegen schnell etwas dominant wirken.

Bucatini mögen es also gerne aromatisch und herzhaft.

🇩🇪 Ein kleiner Geheimtipp für deutsche Pasta-Fans

Bucatini haben einen kleinen Vorteil, wenn man gerne mit Pastaformen experimentiert:

Wer frisch extrudierte Bucatini etwas kürzer schneidet, erhält kurze, dicke Hohlröhren. Vom Durchmesser erinnern sie dann tatsächlich ein wenig an die Makkaroni, die man aus Deutschland kennt.

Aber pssst … 🤫

Für einen Italiener sind Bucatini natürlich Bucatini. Und das bleibt auch so.

📌 Bucatini auf einen Blick

Eigenschaft Bucatini
Herkunft Italien, besonders Latium
Besonders verbreitet Rom und Latium
Form Lange, runde, hohle Pasta
Name Vom italienischen „buco“ = Loch
Außendurchmesser je nach Matrize unterschiedlich; unsere Matrize: 3,2 mm
Innenkanal wenige Millimeter, je nach Matrize
Herstellung Extrusion durch eine spezielle Matrize
Handherstellung theoretisch möglich, aber für die klassische Form sehr aufwendig
Typisches Gericht Bucatini all’Amatriciana
Weitere passende Saucen Carbonara, Cacio e Pepe, Tomaten- und kräftige Käsesaucen

🍝 Eine Nudel mit Loch – und erstaunlich viel Geschichte

Bucatini sind ein schönes Beispiel dafür, dass eine kleine Veränderung der Form einen großen Unterschied machen kann.

Aus einer dicken Spaghetti wird durch den kleinen Hohlraum eine ganz eigene Pastaform – mit einem anderen Biss, einer anderen Sauceaufnahme und einer ganz eigenen Rolle in der italienischen Küche.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum Bucatini so beliebt geblieben sind: Sie sehen vertraut aus und sind beim Essen doch etwas völlig anderes.


Tipps vom Profi


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FAQ

Was sind Bucatini?

Bucatini sind lange, hohle italienische Nudeln. Sie ähneln auf den ersten Blick dicken Spaghetti, haben jedoch einen durchgehenden Hohlraum in der Mitte.

Warum haben Bucatini ein Loch?

Der zentrale Hohlraum ermöglicht es, dass Sauce nicht nur an der Außenseite der Pasta haftet, sondern auch in das Innere der Nudel gelangt.

Welche Sauce passt am besten zu Bucatini?

Bucatini eignen sich besonders gut für kräftige und sämige Saucen wie Amatriciana, Carbonara, Cacio e Pepe oder kräftige Tomatensaucen.

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Gisela Martin

Gründerin & Pasta-Expertin
Schon als Sechsjährige war Gisela klar: Sie wollte Italienerin werden. Die Liebe zu Italien ist geblieben – und seit über 15 Jahren dreht sich bei ihr alles um Pasta. Als Gründerin von Gaumen Freunde kennt sie Pastaformen, Matrizen und Nudelmaschinen aus dem Effeff und verbindet italienische Kultur mit ihrer Leidenschaft für Pasta.

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