August 22, 2026
Auch wenn man beim Anblick knallblauer Pasta schnell auf die Idee kommen könnte, dass irgendwo ein kleiner Schlumpf seine Farbe lassen musste: Es geht viel einfacher – mit natürlichen Färbemitteln
Eine Möglichkeit ist blaue Spirulina. Eine andere ist Schmetterlingsblütentee, auch bekannt als Butterfly Pea Flower Tea.
Beide können Pasta auf natürliche Weise blau färben. Und mit ein bisschen Experimentierfreude bekommt man damit erstaunlich unterschiedliche Blautöne hin.
Blaue Spirulina wird häufig als Superfood verkauft. Für unsere Zwecke interessiert uns allerdings weniger, was auf der Verpackung als Superfood angepriesen wird, sondern eine ganz andere Eigenschaft:
Sie färbt ausgesprochen intensiv.
Deshalb benötigt man nur eine relativ kleine Menge, um Nudelteig kräftig blau einzufärben. Das Pulver wird einfach beim Anmischen der Zutaten zusammen mit Mehl, Hartweizengrieß, Wasser oder den übrigen Zutaten in den Teig gegeben.
Je nach verwendeter Menge lässt sich die Farbintensität beeinflussen.
Und wie schmeckt das Ganze?
Erfreulich unspektakulär.
Blaue Spirulina hat einen sehr milden Eigengeschmack. In der fertigen Pasta fällt sie geschmacklich normalerweise kaum auf.
Man bekommt also blaue Pasta, ohne dass sie anschließend nach einem Teller Algensalat schmeckt.
Hier wird es ein bisschen chemischer – aber durchaus interessant.
Die blaue Farbe stammt vor allem von Phycocyanin, einem natürlichen blauen Farbpigment aus Spirulina.
Phycocyanin gehört zu den Phycobiliproteinen und ist dafür verantwortlich, dass aus dem grünlich wirkenden Mikroorganismus ein intensiv blaues Farbpulver gewonnen werden kann.
Für die Küche bedeutet das allerdings auch: Phycocyanin ist nicht besonders hitzestabil.
Wer schon einmal mit natürlicher Lebensmittelfarbe gearbeitet hat, kennt das Problem: Was vor dem Kochen wunderschön intensiv aussieht, kann nachher deutlich weniger kräftig sein.
Auch bei blauer Spirulina kann die Farbe durch Hitze verblassen.
Deshalb würde ich die Pasta nicht unnötig lange bei voller Hitze kochen. Das Nudelwasser sollte zunächst kräftig aufkochen. Anschließend kann man die Temperatur reduzieren und die Pasta im heißen Wasser lediglich sieden lassen.
So lässt sich die Farbe etwas besser erhalten.
Ganz unverändert wird der Farbton nach dem Kochen allerdings nicht immer bleiben. Bei natürlichen Farbstoffen gehört eine gewisse Veränderung einfach dazu.
Und genau das ist eigentlich auch der Charme daran.
Eine zweite Möglichkeit ist Schmetterlingsblütentee, auch Butterfly Pea Flower Tea oder Pea Flower Tea genannt.
Die Blüten stammen von der Schmetterlings-Erbse (Clitoria ternatea) und ergeben einen intensiv blau gefärbten Aufguss.
Allerdings ist das Blau etwas anders als bei blauer Spirulina.
Während Spirulina ein eher helles, kräftiges Schlumpfblau erzeugen kann, geht der Schmetterlingsblütentee eher in Richtung dunkleres, intensives Blau.
Und der Tee hat noch eine ziemlich spannende Eigenschaft.
Die Farbstoffe der Schmetterlingsblüte reagieren auf den pH-Wert.
Gibt man beispielsweise etwas Zitronensaft oder eine säurehaltige Flüssigkeit dazu, verändert sich die Farbe.
Aus dem kräftigen Blau können dadurch violette bis rötlichere Farbtöne entstehen.
Das lässt sich auch beim Färben von Pasta nutzen. Wer mit unterschiedlichen Mengen Säure experimentiert, kann verschiedene Farbtöne erzeugen.
Man kann also nicht nur „blaue Pasta“ herstellen, sondern mit ein wenig Experimentierfreude eine ganze Farbpalette ausprobieren.
Hier gibt es einen kleinen Trick.
Wer Schmetterlingsblütentee lediglich als normalen Tee aufbrüht und anschließend die Blüten beziehungsweise den Teebeutel entfernt, bekommt zwar blaues Wasser – aber die Färbung ist für einen kräftig gefärbten Nudelteig oft relativ schwach.
Intensiver wird es, wenn man die getrockneten Blüten zunächst zu Pulver zerkleinert und dieses Pulver anschließend mit Wasser aufkocht.
Das Blütenmaterial bleibt dabei im Wasser (und gelangt so komplett in den Teig) und gibt deutlich mehr Farbstoff ab.
Das so entstandene blaue Wasser kann anschließend direkt für den Nudelteig verwendet werden – anstelle des normalen Wassers.
Bei blauer Pasta gibt es allerdings eine kleine Falle.
Wenn ihr ein möglichst reines Blau haben möchtet, würde ich auf Eier im Teig verzichten.
Denn Eigelb ist gelb.
Und Gelb plus Blau ergibt bekanntlich …
Grün.
Das kann durchaus interessant aussehen, wenn ihr grüne Pasta herstellen möchtet. Für eine blaue Schlumpf-Pasta ist es allerdings eher kontraproduktiv.
Wer also ein kräftiges Blau möchte, verwendet am besten einen Nudelteig auf Wasserbasis und ersetzt das normale Wasser durch das gefärbte Wasser.
Bei einem Eiernudelteig kann der Farbton dagegen deutlich stärker in Richtung Grün wandern.
Das hängt davon ab, welchen Farbton ihr erreichen möchtet.
Blaue Spirulina eignet sich besonders gut, wenn ihr ein kräftiges, leuchtendes Blau wollt.
Schmetterlingsblütentee ist dagegen besonders spannend für alle, die gerne experimentieren. Das Blau ist dunkler und ihr könnt über Säure den Farbton verändern.
Beide Varianten haben außerdem einen großen Vorteil gegenüber künstlichen Lebensmittelfarben:
Die Farbe kommt aus einem natürlichen pflanzlichen beziehungsweise biologischen Rohstoff.
Die müssen wir zum Glück nicht mehr fragen.
Ihre Farbe können wir inzwischen ganz ohne Schlumpfpressen herstellen.
Also lasst die kleinen blauen Kerlchen in Ruhe.
Blaue Spirulina ist genug für alle da😄
Freiheit für die Schlümpfe. Gemeinsam gegen das Schlumpfsterben.
Warning: acf-text(): ACF Text Field value must be string, but is type of: NULL in /var/www/pastalogia.de/wp-includes/functions.php on line 6260