Pasta-Matrizen richtig verwenden: So verhindert man einen Defekt der Matrize

Wer Pasta mit einer Nudelmaschine und Matrizen herstellt, weiß: Nicht jede Matrize ist gleich belastbar. Manche sind ausgesprochen robust, bei anderen sollte man etwas vorsichtiger arbeiten. Ein wichtiger Faktor ist dabei der Pastateig. Denn ein zu trockener Teig kann nicht nur die Matrize beschädigen, sondern auch die Nudelmaschine unnötig belasten.
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Gisela Martin

August 21, 2026

Warum können Pasta-Matrizen brechen?

Matrizen können aus unterschiedlichen Gründen brechen. Einerseits spielt das Material und die Konstruktion der Matrize eine Rolle, andererseits kann auch der verwendete Teig entscheidend sein.

Besonders empfindlich sind häufig Motivmatrizen, beispielsweise mit Formen wie Hund, Katze oder Maus. Auch einige Klassiker wie Radiatore und Cannelloni können empfindlicher sein.

Je mehr Pasta gleichzeitig durch eine Matrize gepresst wird, desto höher kann außerdem die Belastung sein.

Ein Beispiel: Eine Bandnudel-Matrize mit 30 Auslässen ist durch die vielen Fräsungen weniger stabil als eine vergleichbare Matrize mit 20 Auslässen. Die vielen Öffnungen und dünnen Zwischenräume sorgen zwangsläufig für eine geringere Stabilität.

Bei einer solchen Konstruktion liegt aus meiner Sicht auch eine gewisse Verantwortung beim Matrizendesigner. Bei Motivmatrizen ist der Spielraum dagegen begrenzt: Die Streben müssen teilweise sehr dünn sein, damit das Motiv erkennbar bleibt und die Pasta nicht unnötig dick wird.

Auch das Material macht einen Unterschied

Grundsätzlich kann man sagen: Bronzematrizen sind stabiler als POM-Matrizen.

Allerdings gibt es auch bei POM deutliche Unterschiede in der Herstellung.

Unsere POM-Matrizen werden gedreht. Das ist in der Produktion etwas aufwendiger und teurer, sorgt aber für eine höhere Stabilität als bei POM-Matrizen, deren Rohlinge im Spritzgussverfahren hergestellt werden.

Am wenigsten belastbar sind in der Regel Matrizen aus dem 3D-Drucker. Sie können unter hohem Druck schneller brechen.

Bei empfindlichen Matrizen findet ihr in unserem Shop deshalb immer eine entsprechende Anleitung mit Hinweisen zur richtigen Teigkonsistenz.

Der wichtigste Punkt: Der Teig darf nicht zu trocken sein

Wenn ihr euch nur einen Satz aus diesem Artikel merkt, dann diesen:

Ein zu trockener Teig ist gefährlich für die Matrize und für die Nudelmaschine.

Ein zu feuchter Teig ist dagegen wesentlich weniger problematisch. Er kann allerdings dazu führen, dass die Pasta nicht sauber aus der Matrize kommt.

Warum ist ein trockener Teig so gefährlich?

Die Nudelmaschine muss bei einem zu trockenen Teig deutlich mehr Kraft aufbringen, um ihn durch die Matrize zu pressen. Besonders kritisch ist der Moment, in dem der erste Teig gegen die Matrize gedrückt wird.

Sind dann zusätzlich größere Teigstücke vorhanden, konzentriert sich der Druck auf einzelne Stellen. Die Matrize kann diesem Druck möglicherweise nicht standhalten und bricht.

Schon ein kleiner Unterschied beim Flüssigkeitsanteil kann hier entscheidend sein.

Wie viel Flüssigkeit braucht der Pastamaker?

Beim Pastamaker ist beispielsweise häufig folgendes Grundrezept hinterlegt:

500 g Semola + 180 g Wasser

Das entspricht einem Flüssigkeitsanteil von etwa 36 %.

Für empfindliche Matrizen, insbesondere Motivmatrizen, ist das meiner Erfahrung nach etwas zu trocken.

Hinzu kommt, dass nicht jedes Semola gleich viel Flüssigkeit benötigt. Auch die Luftfeuchtigkeit und die Genauigkeit der Waage spielen eine Rolle.

Deshalb empfehle ich bei empfindlichen Matrizen, den Flüssigkeitsanteil auf mindestens 40 % zu erhöhen.

Das bedeutet:

500 g Semola + 200 g Wasser

Damit seid ihr bei empfindlichen Matrizen eher auf der sicheren Seite.

Aber wird der Teig dann nicht zu feucht?

Diese Sorge höre ich häufig: Wenn mehr Flüssigkeit verwendet wird, klebt der Teig doch zusammen?

Nicht unbedingt.

Mit ein paar einfachen Tricks könnt ihr einen feuchten, aber trotzdem krümeligen Teig herstellen.

Kalte Flüssigkeit verwenden

Verwendet die Flüssigkeit so kalt wie möglich. Also wirklich kalt und nicht lauwarm oder heiß.

Kalte Flüssigkeit hilft dabei, dass der Teig krümelig bleibt und keine großen Klumpen bildet.

Semola statt Mehl verwenden

Wenn der Teig etwas zu feucht wirkt, solltet ihr nicht einfach Mehl verwenden. Besser eignet sich Grieß beziehungsweise Semola.

Das Ziel ist eine feuchte, krümelige Masse. Die einzelnen Krümel sollten dabei möglichst klein sein – ähnlich wie feiner Sand.

Die richtige Teigkonsistenz schützt die Matrize

Bei der Pasta-Herstellung mit Matrizen ist die Teigkonsistenz also ein entscheidender Faktor.

Zu trocken = unnötig hoher Druck und Gefahr für Matrize und Maschine.

Etwas zu feucht = Pasta kann eventuell weniger sauber herauskommen, die Matrize wird dadurch aber nicht gefährdet.

Gerade bei empfindlichen Motivmatrizen lohnt es sich deshalb, lieber etwas mehr Flüssigkeit zu verwenden und auf einen fein krümeligen Teig zu achten.

So könnt ihr dazu beitragen, dass eure Matrizen möglichst lange halten und ihr viele schöne Pastaformen damit herstellen könnt.

Ich hoffe, diese Tipps helfen euch dabei, Schäden an Matrizen zu vermeiden und noch mehr Freude an der eigenen Pasta-Herstellung zu haben.

Tipps vom Profi


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FAQ

Warum können Pasta-Matrizen brechen?

Eine Matrize kann brechen, wenn beim Pressen zu hoher Druck entsteht. Ein zu trockener Teig, große Teigstücke oder eine empfindliche Konstruktion können das Risiko erhöhen.

Welche Matrizen sind besonders empfindlich?

Vor allem Motivmatrizen mit Formen wie Hund, Katze oder Maus können empfindlicher sein. Auch Radiatore und Cannelloni gehören zu den Matrizen, bei denen Vorsicht sinnvoll ist.

Sind Bronzematrizen stabiler als POM-Matrizen?

Grundsätzlich sind Bronzematrizen stabiler als POM-Matrizen. Allerdings gibt es auch bei POM-Matrizen Unterschiede in Material und Herstellung.

Wie stabil sind POM-Matrizen?

Die Stabilität hängt unter anderem von der Herstellung ab. Gedrehte POM-Matrizen können stabiler sein als Matrizen aus spritzgegossenen Rohlingen.

Sind 3D-gedruckte Matrizen stabil?

3D-gedruckte Matrizen sind in der Regel weniger belastbar und können unter hohem Druck schneller brechen.

Wie verhindert man, dass eine Pasta-Matrize bricht?

Achtet vor allem auf die richtige Teigkonsistenz. Der Teig sollte feucht und fein krümelig sein und keine großen, trockenen Klumpen enthalten.

Warum ist zu trockener Pastateig gefährlich?

Ein zu trockener Teig lässt sich schwerer durch die Matrize pressen. Dadurch muss die Maschine mehr Druck aufbauen, wodurch Matrize und Maschine stärker belastet werden.

Wie viel Flüssigkeit sollte Pastateig für empfindliche Matrizen enthalten?

Bei empfindlichen Matrizen empfehle ich einen Flüssigkeitsanteil von mindestens 40 %. Bei 500 g Semola entspricht das beispielsweise 200 g Wasser.

Warum reichen 180 g Wasser bei 500 g Semola nicht immer aus?

500 g Semola und 180 g Wasser entsprechen etwa 36 % Flüssigkeit. Für empfindliche Matrizen kann das etwas zu trocken sein. Außerdem benötigt nicht jedes Semola gleich viel Flüssigkeit.

Wird der Teig durch mehr Flüssigkeit nicht klebrig?

Nicht unbedingt. Mit sehr kalter Flüssigkeit und der Verwendung von Semola statt Mehl kann der Teig trotz höherem Flüssigkeitsanteil schön krümelig bleiben.

Warum sollte die Flüssigkeit möglichst kalt sein?

Kalte Flüssigkeit hilft dabei, dass der Teig fein und krümelig bleibt und sich weniger große Klumpen bilden.

Wie sollte der Teig für eine Matrize aussehen?

Der Teig sollte feucht und möglichst fein krümelig sein. Die Konsistenz darf an feinen Sand erinnern. Große und trockene Teigstücke sollten vermieden werden.

Was ist schlimmer: zu trockener oder zu feuchter Teig?

Zu trockener Teig ist deutlich problematischer, weil dadurch der Druck beim Auspressen stark steigen kann. Ein etwas zu feuchter Teig kann dagegen dazu führen, dass die Pasta weniger sauber aus der Matrize kommt.

Warum sind viele Auslässe bei einer Matrize problematisch?

Viele Fräsungen und Auslässe können die Matrize konstruktionsbedingt schwächen. Eine Matrize mit vielen Auslässen kann deshalb empfindlicher sein als eine vergleichbare Matrize mit weniger Auslässen.

In diesem Artikel

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Gisela Martin

Gründerin & Pasta-Expertin
Schon als Sechsjährige war Gisela klar: Sie wollte Italienerin werden. Die Liebe zu Italien ist geblieben – und seit über 15 Jahren dreht sich bei ihr alles um Pasta. Als Gründerin von Gaumen Freunde kennt sie Pastaformen, Matrizen und Nudelmaschinen aus dem Effeff und verbindet italienische Kultur mit ihrer Leidenschaft für Pasta.

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