Teig im Thermomix vorbereiten, im Philips Pastamaker weiterkneten und anschließend direkt ausformen? Ja, das funktioniert. Und für alle, die gerne mehrere verschiedene Nudelsorten hintereinander herstellen, kann diese Kombination ausgesprochen praktisch sein.
Andrea Arbeiter gehört zu denjenigen, die genau so arbeiten. Sie verwendet ihren Thermomix und ihren Philips Pastamaker regelmäßig gemeinsam und bereitet den Nudelteig zunächst im Thermomix vor. Anschließend übernimmt der Pastamaker das weitere Kneten und vor allem das Ausformen der Pasta.
Für diesen Beitrag hat uns Andrea freundlicherweise ihre Bilder und ihre Vorgehensweise zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
Der Philips Pastamaker kann den kompletten Weg vom Mehl bis zur fertigen Pasta übernehmen. Warum also den Teig vorher noch in einem anderen Gerät machen?
Die Antwort ist vor allem eine Frage der Arbeitsweise.
Wer nur einen Teig herstellt, braucht den Thermomix dafür nicht unbedingt. Wer aber mehrere unterschiedliche Teige vorbereiten möchte, kann die Arbeit schön aufteilen:
Thermomix: Teig herstellen und ruhen lassen
Pastamaker: Teig weiterkneten und extrudieren
Andrea macht beispielsweise gerne mehrere Teige hintereinander fertig. Während der erste Teig bereits ruht, kann sie den nächsten vorbereiten. Sind alle Teige fertig, wird anschließend mit dem Pastamaker „durchgenudelt“.
Das spart vor allem dann Zeit, wenn verschiedene Pastaformen oder unterschiedlich gefärbte Teige auf dem Programm stehen.
Und seien wir ehrlich: Wenn einmal sieben oder acht Teige auf dem Tisch stehen, ist es ganz angenehm, wenn nicht zwischen jeder Nudelportion erst wieder die komplette Teigproduktion stattfinden muss. 😉

Rezept, Fotos und Beschreibungen zur Verfügung gestellt von Andrea Arbeiter
Für ihre farbigen Nudelteige verwendet Andrea beispielsweise:
Dazu kommen – je nach Farbe – unterschiedliche Zutaten:
Die Mengen der färbenden Zutaten sind natürlich kein starres Gesetz. Pulver können sich hinsichtlich Farbe, Feuchtigkeit und Intensität unterscheiden. Gerade bei eingefärbtem Nudelteig lohnt es sich deshalb, den Teig während der Herstellung im Auge zu behalten.
Thermomix:
6 Minuten Teigknetstufe → 5 Sekunden Stufe 5
Ruhezeit:
30 Minuten
Philips Pastamaker:
3 Minuten kneten → anschließend durch die gewünschte Matrize extrudieren
Praxis-Tipp:
Bei mehreren Teigen können diese nacheinander im Thermomix vorbereitet und anschließend ohne lange Unterbrechung im Pastamaker verarbeitet werden.
Das Wasser und Öl werden dabei nicht zwingend nach dem klassischen Pastamaker-Prinzip langsam eingearbeitet. Andrea gibt die Zutaten einfach zusammen in den Thermomix und lässt ihn arbeiten.
1. Kneten
Der Teig wird 6 Minuten auf Teigknetstufe geknetet.
2. Kurz durchmischen
Anschließend lässt Andrea den Teig noch 5 Sekunden auf Stufe 5 durchmischen.
3. Ruhen lassen
Der Teig kommt anschließend in eine geschlossene Schüssel bzw. einen Behälter und darf 30 Minuten ruhen.
Damit ist die erste Etappe bereits erledigt.
Nach der Ruhezeit wandert der vorbereitete Teig in den Philips Pastamaker.
Dort wird er noch einmal 3 Minuten geknetet und anschließend extrudiert.
Das klingt zunächst vielleicht etwas merkwürdig:
Wenn der Teig doch gerade im Thermomix geknetet wurde – warum muss er im Pastamaker noch einmal geknetet werden?
Der Grund ist ganz einfach: Der Pastamaker muss aus dem vorbereiteten Teig eine für die Extrusion geeignete Masse machen und übernimmt anschließend direkt das Ausformen durch die Matrize.
Der Thermomix ersetzt also nicht den Pastamaker. Er übernimmt vielmehr einen Teil der Teigvorbereitung.
Das lässt sich nicht pauschal beantworten.
Der Pastamaker ist dafür gebaut, Teig herzustellen und anschließend direkt zu extrudieren. Für viele Anwender ist das die einfachste Lösung: Zutaten hinein, Programm starten und anschließend Pasta herausbekommen.
Der Thermomix bietet dagegen eine andere Möglichkeit. Gerade bei größeren Mengen oder mehreren verschiedenen Teigen kann es praktisch sein, die Teige zunächst unabhängig vom Pastamaker vorzubereiten und ruhen zu lassen.
Andrea beschreibt aus ihrer eigenen Erfahrung, dass ihr der Teig aus dem Thermomix schöner gelingt und sich anschließend besser verarbeiten lässt. Außerdem kann sie mehrere Teige vorbereiten und danach mit dem Pastamaker ohne längere Unterbrechungen verschiedene Pastaformen herstellen.
Das ist allerdings eine persönliche Erfahrung und kein allgemeines Qualitätsurteil.
Denn beim Nudelteig spielen viele Faktoren zusammen: Semola, Wasseraufnahme, Flüssigkeitsmenge, Temperatur, Knetdauer und natürlich auch die jeweilige Pastaform.
Kurz gesagt:
Pastamaker: praktisch, wenn alles in einem Gerät passieren soll.
Thermomix + Pastamaker: interessant, wenn mehrere Teige vorbereitet werden sollen oder man die Teigherstellung lieber im Thermomix erledigt.
Besonders interessant wird diese Methode bei einem richtigen Pasta-Tag.
Andrea hat beispielsweise acht Teige im Thermomix vorbereitet und anschließend nacheinander mit dem Pastamaker verarbeitet.
Das kann bei verschiedenen Farben besonders schön sein. Ein Teig wird beispielsweise gelb, der nächste grün, der nächste rot – und am Ende liegen verschiedene Pastaformen auf dem Tisch.
Der Pastamaker muss dabei nicht nach jedem Teig erst wieder einen kompletten neuen Teig herstellen. Die Vorbereitung ist bereits erledigt.
Für alle, die gerne experimentieren und verschiedene Pastaformen ausprobieren, ist das eine ziemlich praktische Arbeitsteilung.
Hier kommt ein weiterer interessanter Kniff aus Andreas Praxis.
Beim Philips Pastamaker kann der Teig nach einer Unterbrechung nochmals geknetet und anschließend wieder extrudiert werden.
Andrea beschreibt dafür folgende Vorgehensweise:
Kurz vor Ende des Knetprogramms wird der Pastamaker gestoppt und anschließend erneut gestartet, sodass wieder ein 3-Minuten-Knetvorgang beginnt.
Nach einer weiteren Ruhepause kann der Vorgang nochmals wiederholt werden. Danach wird der Teig ausgegeben.
Wenn noch Teig übrig bleibt, verwendet Andrea die Funktion „Extrusion only“, also das reine Auswerfen des Teiges.
Auf diese Weise lässt sich ein vorbereiteter Teig vollständig verarbeiten, ohne dass er zwangsläufig beim ersten Extrusionsvorgang komplett in einem Durchgang fertig werden muss.
Wichtig: Das hier ist Andreas praktische Vorgehensweise mit ihrem Gerät. Wer seinen Pastamaker so betreiben möchte, sollte sich mit den Funktionen und der Bedienungsanleitung des eigenen Modells vertraut machen.
Andrea verwendet dafür außerdem einen Kippschalter am Stromkabel, weil dadurch das wiederholte Ein- und Ausstecken entfällt.
Und wofür wurde dieser ganze Aufwand betrieben?
Für Gnocco Sardo – eine kleine, gerillte sardische Pastaform, die durch ihre Struktur besonders viel Sauce aufnehmen kann.
Andrea hat ihren Teig dafür vorbereitet und anschließend mit dem Philips Pastamaker und der passenden Matrize ausgeformt.
Gerade bei solchen Pastaformen zeigt sich der Vorteil der Kombination aus vorbereiteten Teigen und Pastamaker besonders schön: Der Teig ist fertig vorbereitet und der Pastamaker kann sich auf das konzentrieren, was er besonders gut kann – kneten, pressen und die Pasta durch die Matrize ausformen.
Mehr über die Pastaform Gnocco Sardo und ihre typische Form haben wir übrigens in unserem eigenen Pasta-Lexikon beschrieben.
Thermomix und Philips Pastamaker müssen keine Konkurrenten sein.
Im Gegenteil: Wer beide Geräte besitzt, kann sie durchaus sinnvoll miteinander kombinieren.
Der Thermomix übernimmt die Teigvorbereitung, während der Pastamaker anschließend weiterknetet und extrudiert.
Besonders praktisch kann das sein, wenn mehrere Teige vorbereitet werden sollen. Dann kann man beispielsweise erst verschiedene Teige herstellen, sie ruhen lassen und anschließend einen nach dem anderen durch den Pastamaker schicken.
Ob der Teig aus dem Thermomix persönlich besser gefällt als der direkt im Pastamaker hergestellte, ist letztlich Geschmackssache. Andrea sagt für sich ganz klar: Ihr gelingt er im Thermomix besser und sie kann größere Mengen bzw. mehrere Teige vorbereiten.
Und genau dafür ist ein solcher Erfahrungsbericht wertvoll.
Denn beim Nudelmachen gibt es bekanntlich nicht immer nur einen richtigen Weg.
Manchmal braucht es einfach zwei Maschinen und acht Teige. 😄
Die hier beschriebene Methode basiert auf den Erfahrungen von Andrea Arbeiter. Vielen Dank an Andrea für die Erlaubnis, ihre Bilder und ihre Vorgehensweise für Pastalogia zu verwenden.
Ihr wollt mehr über Gnocco sardo erfahren? Dann schaut gerne hier, da haben wir alles zu dieser Pastasorte zusammengeschrieben: https://www.pastalogia.de/artikel/%f0%9f%8d%9d-gnocco-sardo-die-sardische-pasta-mit-vielen-gesichtern/
Ihr möchtet wissen, welche Matrize in diesem Artikel verwendet wurde: Das war diese Matrize: https://www.gaumen-freun.de/shop/haushaltsnudelmaschinen/kenwood/kenwood-pasta-fresca/matrize-aus-bronze-gnocco-sardo-sardische-gnocchi/ in Kombination mit diesem Adapter: https://www.gaumen-freun.de/shop/philips-pastamaker-7000-avance/bronzematrizen-adapter-benoetigt/adapter-bronzematrizen-adapter-benoetigt/pom-adapter-fuer-bronzematrizen-geeignet-zum-einsatz-im-philips-pastamaker-avance/
Sobald man den Adapter hat, kann man über 200 verschiedene Bronzematrizen im Kenwoodformat nutzen.
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Ja. Der Nudelteig kann vollständig im Thermomix geknetet und anschließend im Philips Pastamaker weiterverarbeitet werden. Dort wird der Teig nochmals geknetet und anschließend durch die gewünschte Matrize extrudiert.
Diese Kombination ist besonders praktisch, wenn mehrere verschiedene Teige vorbereitet werden sollen.
Das lässt sich nicht allgemein sagen. Beide Geräte können Nudelteig herstellen, arbeiten aber unterschiedlich.
Andrea Arbeiter, auf deren Praxiserfahrung dieser Beitrag basiert, findet ihren Teig aus dem Thermomix schöner und besser verarbeitbar. Außerdem schätzt sie die Möglichkeit, mehrere Teige nacheinander vorzubereiten und anschließend mit dem Pastamaker zu verarbeiten.
Ob man den Teig aus dem Thermomix oder direkt aus dem Pastamaker bevorzugt, ist letztlich eine Frage der persönlichen Arbeitsweise.
Vor allem bei mehreren Teigen kann der Thermomix die Arbeit erleichtern. Die Teige lassen sich nacheinander vorbereiten und ruhen lassen. Anschließend können sie mit dem Pastamaker verarbeitet werden.
So muss nicht zwischen jeder Pastaform zuerst ein kompletter Teig im Pastamaker hergestellt werden.
Ja. Genau das ist einer der Vorteile dieser Arbeitsweise.
Wer beispielsweise verschiedene Farben oder unterschiedliche Teigsorten herstellen möchte, kann die einzelnen Teige nacheinander im Thermomix vorbereiten und zwischenlagern. Anschließend werden sie nacheinander mit dem Pastamaker extrudiert.
Das hängt vom Rezept, der verwendeten Semola und der gewünschten Pastaform ab.
Im hier beschriebenen Praxisbeispiel verwendet Andrea auf 600 g Semola 215 ml Wasser und 2 EL Öl.
Diese Mengen sind als konkretes Rezeptbeispiel zu verstehen und nicht als allgemeingültiges Mischungsverhältnis für jeden Nudelteig.
Nicht unbedingt. Andrea gibt die Zutaten für ihren Teig gemeinsam in den Thermomix und lässt sie dort kneten.
Das unterscheidet sich von der Vorgehensweise, die viele vom Philips Pastamaker kennen, bei der die Flüssigkeit während des Mischens nach und nach eingearbeitet wird.
Bei der hier beschriebenen Methode: ja.
Andrea gibt den vorbereiteten und bereits geruhten Teig in den Pastamaker und lässt ihn dort nochmals 3 Minuten kneten, bevor er extrudiert wird.
Andrea lässt ihren Teig 30 Minuten in einem geschlossenen Behälter ruhen, bevor er in den Philips Pastamaker kommt.
Die Ruhezeit ist wichtig, damit der Teig nach dem Kneten entspannen kann und sich anschließend gut weiterverarbeiten lässt.
Ja, der Knetvorgang kann bei entsprechender Vorgehensweise wiederholt werden. Andrea nutzt diese Möglichkeit, wenn sie größere Mengen Teig verarbeitet oder ein Durchgang nicht ausreicht.
Dabei wird der Pastamaker kurz vor Ende des Knetprogramms gestoppt und anschließend erneut gestartet.
Hinweis: Die genaue Vorgehensweise sollte immer zum eigenen Pastamaker-Modell und dessen Bedienungsanleitung passen.
Für übrig gebliebenen Teig kann die Funktion „Extrusion only“ verwendet werden. Damit lässt sich der vorhandene Teig nochmals ausgeben, ohne einen vollständigen neuen Knetvorgang zu starten.
Andrea wiederholt diesen Vorgang bei Bedarf, bis der vorbereitete Teig vollständig verarbeitet ist.
Ja. Farbpulver können direkt bei der Teigherstellung eingearbeitet werden.
Andrea verwendet beispielsweise Kurkuma für gelben Teig sowie Rote-Bete-, Spinat- und Tomatenpulver für verschiedene Farbtöne.
Dabei sollte berücksichtigt werden, dass zusätzliche Pulver die Konsistenz des Teiges beeinflussen können. Je nach Produkt kann deshalb eine kleine Anpassung der Flüssigkeitsmenge notwendig sein.
Ja. Andrea verwendet diese Kombination beispielsweise für Gnocco Sardo.
Der vorbereitete Teig wird im Philips Pastamaker nochmals geknetet und anschließend durch die passende Matrize extrudiert.
Mehr über die Pastaform und die dafür verwendete Matrize findet ihr in unseren Beiträgen zu Gnocco Sardo und den entsprechenden Pasta-Matrizen.
Nicht unbedingt – aber es kann für bestimmte Arbeitsweisen praktischer sein.
Wer gelegentlich einen einzelnen Nudelteig herstellt, kann den kompletten Vorgang problemlos im Pastamaker durchführen.
Wer dagegen gerne verschiedene Teige oder Farben vorbereitet, kann vom Zusammenspiel beider Geräte profitieren.
Am Ende gilt auch beim Nudelteig: Was für den einen die perfekte Methode ist, ist für den anderen vielleicht einfach nur eine weitere Schüssel zum Abwaschen. 😉